Wieder einmal ein Advent ohne winterliches Wetter. Statt Schnee, liegen verwelktes Laub, Zigarettenstummel, weggeschmissene Taschentücher und anderer Unrat auf den Straßen. Wie soll sich bei diesen Randerscheinungen eine vorweihnachtliche Stimmung einstellen? Aber Gott sei Dank gibt es ja in Leonberg einen Weihnachtsmarkt. Meine Nase stellte sich schon auf weihnachtliche Düfte ein. Vor meinem geistigen Auge reihten sich geschmückte Buden, in denen kunsthandwerkliche Produkte oder Weihnachtsgebäck verkauft werden, aneinander. Mit diesem positiven Gedankengut gerüstet, machte ich mich auf den Weg zum Leonberger Marktplatz. Dort angekommen kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Weit auseinander stehende Stände verteilten sich über den Marktplatz. Statt dem Duft von Weihnachtsgebäck wehte mir der Geruch eines Dönerstandes entgegen. Die meisten Verkaufsstände waren lieblos geschmückt. Die dazu gehörenden Verkäufer saßen mit langen Gesichtern hinter ihren Tischen. In einem kräftigen Rot leuchtete das nüchtern gestaltete Standzelt der SPD. Der Wahlkampf ist doch schon lange vorbei. Haben sie vergessen, dass sie sich auf einem Weihnachtsmarkt präsentieren? Nach intensivem Suchen fand ich sogar ein paar mit Tannengrün geschmückte Holzbuden. Drei Verkaufsstände, der Stand der CDU und der der FWV waren vorweihnachtlich gestaltet. Ein „Försterhaus“, vor dem dem ein ausgestopfter Fuchs Wache hielt, war auch mit Tannenzweigen verkleidet. Die Verkaufsstände in den umliegenden Seitenstraßen waren genauso lieblos gestaltet. – Weihnachtsstimmung ade – Wo sind die Künstler des Galerievereins, die Leonberg zu einer Kunststadt erhoben haben? Wo bleibt ihre Kreativität oder ihr Engegement für diese Stadt? Leonberg hat einen herrlichen Marktplatz, auf dem sich ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt leicht gestalten ließe.
Weihnachtsmarkt in Leonberg (28.11.2009)
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