In der letzen Planungsausschusssitzung waren außer Herrn Einholz von der LKZ und mir keine Besucher die ganze Zeit anwesend. Wahrscheinlich lag das an dem herrlichen Frühlingstag. Diesem Frühlingswetter angepasst war auch die Stimmung der Gemeinderäte. Voller Elan nahmen sie ihre Plätze ein und lauschten den Worten von Frau Horn. Die Erweiterung des Waldfriedhofes wurde zügig beschlossen. Die Diskussion über die Zukunft der anderen Leonberger Friedhöfe verlief sehr lebhaft. Herr Stolle und Herr Schmalzried mokierten sich über die teilweise recht humoresken Einlagen von Herrn Schneck. Die Erweiterung des Ludwig-Wolker-Kindergarten wurde auch schnell und einstimmig beschlossen. Doch der Satzungsvorschlag über die Dachgauben veranlasste die Gemeinderäte, endlos über die Gradzahlen der Dachschräge, das Verhältnis der Dachlänge zu den Dachgauben zu diskutieren. Es war unglaublich, wie man sich in so ein Thema hineinsteigern kann. Herrn Schneck lehnte sich mit verschränkten Armen selbstsicher in seinem Sessel zurück und verkündete lächelnd, dass die “Neue Leonberger Liste” diesen Satzungsvorschlag ablehnen werde. Daraufhin verlor Herr Stolle seine Haltung und wetterte in Richtung Herrn Schneck, dass er dessen Verhalten nicht akzeptieren könne und er gleich wusste, dass es mit der Neuen Leonberger Liste nur Ärger bei Abstimmungen geben würde. Herr Schmalzried unterstützte Herrn Stolle. Die Herren der Neuen Leonberger Liste freuten sich über diese erzielte Wirkung. Diese Situation glich eher einem Hahnenkampf als einer Planungsausschusssitzung. Frau Horn versuchte, ab und zu die Gemüter zu beruhigen, was ihr auch kurzfristig gelang. Fazit war, es wurden so viele Änderungsanträge gestellt und auch beschlossen, dass der Satzungsvorschlag ohne Empfehlung in die kommende Gemeinderatssitzung geht. Zu diesem Ergebnis benötigten die Herrschaften fast eine Stunde.
Zum Schluss wurde von Herrn Schaal die Unsauberkeit in der Stadt angesprochen. Der Marktplatz ist sowohl vom Taubenkot wie auch von Müll, den der Bürger einfach hinschmeißt, verdreckt. Er forderte dringend regelmäßige Reinigungsaktionen. Herr Oberbürgermeister Schuler, der vorübergehend dem Planungsausschuss beiwohnte, schaltete sich in diese Diskussion ein und meinte, um die Stadt einigermaßen “sauber zu halten” müsste man mehr Reinigungskräfte einstellen. Die dabei entstehenden Kosten müsste der Gemeinderat allerdings erst genehmingen.
Der Wertstoffhof und seine ungünstige Lage wurde auch kritisiert. Herr Oberbürgermeister Schuler erklärte, dass die Stadt nach einem geeigneten Grundstück suche, um dies dem “Land”, welches für die Müllentsorgung zuständig ist, anzubieten. Die Firma ALDI hatte dem “Land” ein Grundstück hinter ihrem Markt angeboten. Sie wurden sich nicht handelseinig. Die Stadtverwaltung sucht weiter nach einer für alle akzeptablen Lösung.
Zusammenfassend kann man nur sagen, etwas frischer Wind in Form der Neuen Leonberger Liste wird dem Gemeinderat gut tun. Vielleicht schaffen es die Herrschaften, neben ihren Hahnenkämpfen auch noch sinnvolle Stadtpolitik zu betreiben.

