Viele weihnachtlich geschmückte Buden umsäumten den Marktplatz. Das Angebot reichte von handgestrickten Socken bis zu gebrannten Mandeln. Auch die Esoteriker kamen auf ihre Kosten und konnten sich mit Duftölen und Räucherstäbchen versorgen. Natürlich durfte das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Crêpes und Würstchen verströmten ihren Duft und luden zum Essen ein. Mit Glühwein und Punsch konnte man die Kälte vertreiben. Um 16.00 Uhr wurde der Weihnachtsmarkt von unserem Oberbürgermeister, Herrn Schuler, offiziell eröffnet. Wie jedes Jahr wurden die Verkaufsstände prämiert. Danach sang der Kinderchor aus Eltingen voller Hingabe Weihnachtlieder. Das einzige, was fehlte, war der weiße Zauber von fallendem Schnee.
Weihnachtsmarkt in Leonberg (29.11.2008)
Gemeinderatssitzung (18.11.2008)
Um 19.00 Uhr begann eine dreistündige Gemeinderatssitzung in der die Fraktionsvorsitzenden ihre jeweilige Haushaltsrede hielten. Doch zuerst konnten anwesende Bürger Fragen an die Vertreterin und Vertreter Stadtverwaltung stellen. Ein Herr beschwerte sich über Flugzeuge, die über die Stadtmitte fliegen und somit Lärm und Schmutz verursachten. Um den Verkehr am Sonnendreieck zu entlasten sollte die alte Autobahntrasse wieder geöffnet werden, was Gott sei Dank gleich von Oberbürgermeister, Herrn Schuler, „vom Tisch gefegt wurde. Danach folgten die Haushaltsreden der einzelnen Fraktionsvorsitzenden. Die einzelnen vollständigen Reden werden Sie sicher in den nächsten Tagen im Amtsblatt lesen können. Ich werde mich in diesem Artikel auf mich hauptsächlich auf ein Stimmungsbild beschränken. Es waren erstaunlich viele Gäste anwesend, natürlich auch Herr Slotwinski von der LKZ. Sowohl Frau Baubürgermeisterin Horn, wie auch Oberbürgermeister Schuler und Finanzbürgermeister Noë waren alle in „edles Tuch gewandet. Auch die Fraktionsvorsitzenden hatten sich fein gemacht. Man sah also, dass es sich hier um eine wichtige Sitzung handelte. Die Reihenfolge der redehaltenden Fraktionsvorsitzenden wurde von der Anzahl der Wählerstimmen bestimmt. Als erster Redner ging Herr Grupp (CDU) ans Rednerpult, danach folgten Herr Widmaier (FWV), Herr Stolle (SPD), Herr Schmalzried (GABL), Herr Thieliant zusammen mit Professor Dr. Maurmaier (FDP) und Herr Dahl (SALZ). Alle Redner waren sich einig, dass, obwohl die Stadt Leonberg einen gewaltigen Schuldenberg „vor sich herschiebt“, der Stadtumbau eine wichtige Sache sei und mit Elan vorangetrieben werden sollte. Die CDU ist gegen die Verlegung der Lindenstrasse, weil das die Stadt nicht finanzieren kann. Mich würde brennend interessieren, wie die Stadt die restlichen Umbauarbeiten finanzieren möchte. Vor allem glaube ich, dass der Investor, die Häussler-Gruppe, sich nicht vorschreiben lässt, was er zu „bauen“ hat oder nicht. Er wird mit eigenen Plänen ankommen. Die Gemeinderäte werden sie ungeachtet des kostspieligen Architektenwettbewerbes für gut heißen. Dieses Szenario haben wir bereits bei den Kirschgärten gehabt. Dieses Areal mutiert übrigens zu einem verwilderten Hundeklo, da sich der neue Eigentümer, die Kirschgärten GmbH, nicht um das Grundstück kümmert. Zurück zur Gemeinderatssitzung. Alle Fraktionsvorsitzenden sind sich einig, dass der öffentliche Verkehr, der Busverkehr, effektiver und benutzerfreundlicher gestaltet werden muss. Ich bin gespannt, wie diese Erkenntnis und vor allem wann in die Realität umgesetzt wird. Herr Grupp versprach sogar die Einführung des Ein-Euro-Ticket trotz hoher „Anschaffungskosten zu unterstützen, wenn dieses Geld an anderer Stelle „frei geschaltet“ werden kann. Diese Zusage wurde von einigen Gemeinderäten mit Beifall begrüßt. Übrigens, drei Kreisel werden mit sogenannter Kunst geschmückt. Die Stadt scheint ja genügend Geld zu haben. Es wird darüber diskutiert, ob das Hallenbad abgerissen oder saniert werden soll. Der Traum unserer „Regierenden“ ist ein Allwetterbad. Es ist nur keiner da, der so etwas finanzieren könnte oder will. Der Wille, die Stadt, Fußgänger freundlicher zu gestalten scheint, außer bei der GABL, nicht allzu groß zu sein. Die Gestaltung sicherer Rad- und Fußwege ist natürlich nicht so spektakulär wie der Stadtumbau. Herr Schuler, der gemeinsam mit Herrn Noë auf die „Investitionsbremse“ tritt, wurde von Herrn Schmalzried auf Grund dieser verständlichen „Tempoverzögerung“ gemaßregelt. Mit temperamentvollen Enthusiasmus vertrat er die Ansicht, dass dieser Umbau die große Chance ist, die vielleicht nicht wieder kommt, aus Leonberg eine attraktive Stadt zu machen. Die Haltung der beiden Bürgermeister beschrieb er mit folgendem Bild: Herr Schuler fährt einen schweren LKW, Herr Noë ist Beifahrer. Anstatt konsequent aufs Gaspedal zu treten tritt Herr Schuler ständig auf die Bremse und Herr Noë spielt zusätzlich mit der Handbremse. Lieber Herr Schmalzried, was nützt der Bleifuß auf dem Gaspedal, wenn die Räder des LKWs auf Grund des ungeeigneten Untergrundes durchdrehen. Anstatt Geld für ein utopisches Projekt zu verplanen, sollten doch erst einmal grundlegende Probleme der Stadt gelöst werden. Und die gibt es zuhauf. Unterstützung bekam der Fraktionsvorsitzender der GABL von der SPD. Herr Stolle (gemeinsam mit seiner Fraktion) ist sogar mit einer Neuverschuldung zu Gunsten des Stadtumbaus einverstanden und nennt dies “nachhaltige Investitionen„. Meine Herren, mir wäre es lieber, Sie würden Ihren Ideenreichtum für das Beseitigen der vorhandenen Probleme der Stadtteile, nachhaltig einsetzen, zum Beispiel, das Lösen der Parkplatznot des Stadtteils Ramtel. Die SALZ kam mit einem ganz neuen Vorschlag. Sie möchte die Landesgartenschau nach Leonberg holen. Das ist eigentlich eine gute Idee. Warum wird sie nicht von der GABL unterstützt. Positiv zu erwähnen ist noch, dass sich alle Fraktionen für Jugendarbeit, Bildung und Familieförderung einsetzen. Die FDP möchte gehaltsabhängige Kindergartenbeiträge, auch ein vernünftiger Vorschlag. Alles in allem sind alle Fraktionen der Meinung, ihre Vorstellungen, die Stadt zu gestalten sind die richtigen. Das einzig störenden sind nur Bürger, die nicht nur anderer Meinung sind, sondern diese auch noch Kund tun.
Flohmarkt in der Stadthalle Leonberg (08.11.2008)
Morgens um sieben Uhr eilten Menschen, zu denen ich auch gehörte, beladen mit Kisten, Taschen, Säcken und Kartons in die bereits geöffnete Stadthalle. Der Grund dieses Treibens war der hier stattfindende Floh- und Antikmarkt. Die Organisation war wie immer hervorragend. Jeder bekam ohne Probleme seinen vorbestellten Platz . Doch trotz moderater Standpreise waren dieses Jahr spürbar weniger Aussteller da. Das Angebot reichte von billigem „Ramsch“ bis zu hochwertigen Antiquitäten. Meist wurden jedoch ganz gewöhnliche Flohmarktartikel angeboten: Schmuck, Kleider, Gläser, Geschirr, Bücher usw. usw. Die Stimmung unter den Ausstellern war entspannt. Für kleine Gespräche untereinander fand sich immer Zeit, denn man sieht sich ja nur einmal im Jahr. Der Besucherandrang war leider nicht allzu groß. Wahrscheinlich lud das schöne Wetter eher zum Aufenthalt in „Wald und Flur“ als zu einem Bummel auf einem Flohmarkt ein. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie eifrige Kaufinteressenten versuchen, Preise von 2,00 € auf 1,50 € oder gar auf 1,00 € runter zu handeln. Aber was macht ein erfahrener Anbieter? Er verdoppelt im Voraus seine Preise. So bekommt er den von ihm vorkalkulierten Preis und der Käufer hat das Gefühl, ein erfolgreicher „Feilscher“ zu sein. Trotz niedriger Einahmen waren sich viele Aussteller einig, dass man sich nächstes Jahr hier wieder trifft.
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